Ab 3. Jänner 2018 keine Finanzmarkttransaktion ohne LEI mehr möglich

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Der Legal Entity Identifier, kurz LEI, identifiziert alle Unternehmen, die Wertpapiergeschäfte abwickeln oder außerbörslich mit Derivaten handeln. Für den österreichischen Markt fungiert GS1 Germany als offizielle Vergabestelle des LEI, GS1 Austria wiederum ist als Registration Agent die richtige Adresse für Fragen und Anliegen. Dahinter stehen mehr als 40 Jahre Erfahrung mit Identifikationsstandards.

(Wien, 6. Dezember 2017) – Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) sieht mit der neuen EU-Richtlinie MiFID-II im Rahmen der MiFIR-Verordnung mehr Transparenz in den internationalen Finanzmärkten vor. Deshalb müssen ab dem 03.01.2018 alle Unternehmen Transaktionen von Wertpapiergeschäften an die FMA melden, davon betroffen sind unter anderem auch Stiftungen. Allerdings wird dafür ein Legal Entity Identifier, kurz LEI, benötigt.

Unternehmen, die ab Jänner etwa die Absicherung von Zahlungsströmen in Fremdwährung über Devisentermingeschäfte oder die Steuerung von Liquiditätsströmen nutzen, brauchen zur Identifikation den LEI. Auch Banken und Vermögensverwalter benötigen einen LEI von den Unternehmen, für die sie Wertpapiergeschäfte tätigen oder aber eine Vollmacht, um in ihrem Namen einen LEI zu beantragen. Privatpersonen und rechtlich unselbständige Unternehmensteile benötigen dagegen keinen LEI.

„Die Richtlinien stellen in vielen Punkten eine fundamentale Änderung des Wertpapiergeschäftes dar. Obwohl sie vornehmlich an die direkten Marktteilnehmer wie Kreditinstitute und Wertpapierdienstleistungsunternehmen gerichtet sind, werden auch die Kunden, die in Wertpapiere und Beteiligungen investieren, die Veränderungen zu spüren bekommen“, erläutert Klaus Tiedeken, Vorstandsmitglied der deutschen Kreissparkasse Köln. „Denn den LEI müssen die Unternehmen ihrem jeweiligen Wertpapierpartner, also zum Beispiel der Kreissparkasse Köln, nachweisen. Diese dürfen nämlich ab nächstes Jahr keine Geschäfte mehr in Wertpapieren oder Derivaten mit den Kunden tätigen, wenn sich der Kunde nicht mittels LEI exakt identifizieren lässt,“ so Tiedeken weiter.

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Was ist der LEI?
Der LEI ist ein zwanzigstelliger Code, der mit wesentlichen Referenzdaten für eine klare und eindeutige Identifikation verknüpft ist. Das sind beispielsweise die Register-Name und Register-Nummer, Rechtsform des Unternehmens, juristischer Sitz der Hauptverwaltung oder des Fondsmanagers. Der LEI basiert auf der ISO-Norm 17442 und wird bei einer sogenannten Local Operating Unit, kurz LOU, beantragt. Die LOU ist eine Vergabestelle, die von der Global LEI Foundation (GLEIF) autorisiert wird. Die Korrektheit der Daten wird wiederum von nationalen Registration Agents überprüft.

GS1 Germany ist „LOU“ für österreichischen Markt
GS1 Germany erhielt im März den offiziellen Status als LOU und gilt somit – auch für Österreich – als offizielle Vergabestelle des LEI. GS1 Austria übernimmt dabei die Kontrollaufgaben für österreichische Unternehmen als Registration Agent. Somit bekommen österreichische Unternehmen die LEI Nummer zwar von GS1 Germany ausgestellt, allerdings ist GS1 Austria der richtige Ansprechpartner, wenn es um österreichische Anliegen und Fragen geht. GS1 gilt mit über 40 Jahren Erfahrung mit Identifikationsstandards als Profi, wenn es um die weltweit eindeutige Kennzeichnung von Lokationen und Produkten geht. Auch der Legal Entity Identifier stellt einen Identifikationsstandard dar, nämlich den zur zweifelsfreien Identifizierung eines Teilnehmers am Finanzmarkt. Damit war es naheliegend, dass GS1 nun auch die Vergabe des LEI übernimmt.
Als erfahrener Standardisierer ist GS1 auch in der Lage, den LEI zu günstigen Konditionen anzubieten. Die Antragstellung erfolgt über ein Onlineportal. Auch die Massenübertragung ist ab zehn LEI schnell und einfach möglich.

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Zum Hintergrund
Der LEI wurde in Folge der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 eingeführt. Die Insolvenz der Investmentbank Lehmann Brothers löste eine Kettenreaktion an den Finanzmärkten aus. Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) verständigten sich darauf, für mehr Transparenz und Sicherheit im außerbörslichen Handel mit Finanzderivaten zu sorgen. Der LEI soll ein öffentliches Gut sein, dem keine privaten Eigentums- oder Lizenzrechte entgegenstehen. Aufgrund europäischer Vorgaben ist der LEI zukünftig auch gegenüber der Aufsicht zu verwenden. Die GLEIF stellt mit dem Global LEI Index die einzige globale Online-Quelle für offene, standardisierte und hochwertige Rechtsträger-Referenzdaten zur Verfügung. Die Vorteile, die der Global LEI Index bietet, werden Datenanbietern und ihren Kunden sowie der Geschäftswelt allgemein dazu verhelfen, Kosten zu senken, Geschäftsvorgänge zu vereinfachen und zu beschleunigen sowie tieferen Einblick in den globalen Markt zu gewinnen.

Weitere Informationen über den LEI und was Sie für eine Beantragung benötigen

Über GS1 Austria
GS1 Austria stellt ein weltweit eindeutiges Identifikationssystem für Standorte, Artikel, Versandeinheiten usw. zur Verfügung. Das GS1 System ist Grundlage für den elektronischen Geschäftsdatenaustausch und die Standardisierung von Nachrichten und Geschäftsprozessen zwischen Unternehmen.
GS1 Austria verbindet den Warenfluss mit dem Informationsfluss. Geschäftsprozesse werden so schneller, günstiger und sicherer. Weltweit hat GS1 in über 150 Ländern knapp 2 Mio. Mitglieder. Mehr als 5 Mrd. Strichcodes werden jeden Tag gescannt. GS1 Austria besteht seit 1977 und ist eine neutrale Non-Profit-Organisation.

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Bildmaterial
Aufbau eines Legal Entity Identifiers © GS1 Germany

Aufbau eines Legal Entity Identifiers © GS1 Germany