Rückverfolgbarkeit aus der Sicht des Konsumenten

Immer wieder auftretende Lebensmittelskandale sorgen für Verunsicherung beim Konsumenten, was langfristig zu Veränderungen im Einkaufsverhalten führen wird. Die Ansprüche der Konsumenten an Lebensmittel steigen, Regionalität und die Herkunft der Produkte wird immer mehr zum Kaufkriterium.

Nach dem Grünbuch „Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit” wollte GS1 Austria die Sicht der Konsumenten zum Thema Rückverfolgbarkeit beleuchten. Ziel war es, von den Konsumenten zu erfahren, ob das Thema für sie von Bedeutung ist, ob sie in der Rückverfolgbarkeit einen Nutzen für sich sehen oder sich vorstellen könnten für garantierte Transparenz in der Wertschöpfungskette mehr zu bezahlen. Dazu hat KeyQUEST Marktforschung im Auftrag von GS1 Austria eine umfassende Online-Befragung durchgeführt.

Rückverfolgbarkeit mit GS1 Trace

Wer hat was, wann, wo und wie mit einem Produkt gemacht? Das Rückverfolgbarkeitsservice GS1 Trace beantwortet diese Frage.

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Die Marktforschung belegt, dass Konsumenten landwirtschaftliche Urprodukte bzw. Produkte vom Bauern stark mit Rückverfolgbarkeit verbinden. Regionalität und Herkunft stehen dabei klar im Vordergrund. Die Fleisch- und Eierkennzeichnung wurden am häufigsten genannt, knapp vor Milchprodukten und frischem Obst und Gemüse, und sind somit das konkrete Beispiel für Rückverfolgbarkeit. Man sieht, dass auf Grund der gesetzlichen Regelung der Konsument schon länger damit konfrontiert und somit aufgeklärt wurde.

Häufigkeiten von Begriffen zu Rückverfolgbarkeit
Häufigkeiten von Begriffen zu Rückverfolgbarkeit

Die Studie hat auch gezeigt, dass zumindest 58 % aller Befragten eine ungefähre Vorstellung von Rückverfolgbarkeit haben. 32 % können diesen Begriff ganz klar besetzen, während nur 10 % nichts damit anzufangen wussten. Interessant ist auch die Beurteilung der Ähnlichkeit des Begriffes „Rückverfolgbarkeit“ zu anderen Begriffen. Die engste Beziehung hat Rückverfolgbarkeit nämlich zu „Produkte vom Bauern“. Für die Konsumenten sind sozusagen die Produkte vom Bauern am besten rückverfolgbar.

Die Wenigsten können der Rückverfolgbarkeit spontan ein Siegel oder Kennzeichen zuweisen. Am konkretesten deutet für die Konsumenten der “Bauer auf der Verpackung” darauf hin, wobei auch hier die Eier- und Fleischkennzeichnung dem Wunsch des Konsumenten nach Rückverfolgbarkeit am nächsten kommen. Dazu GS1 Austria Geschäftsführer Gregor Herzog: „Anhand dieser Umfrage lässt sich erkennen, dass der Begriff ‚Rückverfolgbarkeit‘ an sich für den Konsumenten abstrakt ist, jedoch durch die Medien und Werbung klare Bilder im Kopf erzeugt. Das Thema wird damit durchaus emotionalisiert.”

Was sagt der Konsument?
Was sagt der Konsument?

Rund 34 % der befragten Konsumenten haben bereits versucht, ein Lebensmittelprodukt selbst rückzuverfolgen. Dies erfolgte jedoch nur aus einem konkreten Anlass und war meist ein Einzelfall. Auch hier führen Eier und Fleisch die Hitliste an. Zur Recherche wurde dabei größtenteils die Information auf der Verpackung herangezogen, 60 % recherchierten dazu auch im Internet – vor allem über Google und die Website des Herstellers. Die Suchergebnisse waren für knapp die Hälfte (46 %) zufriedenstellend, weitere 38 % haben teilweise die gesuchten Informationen erhalten. Als Basisinformation diente in erster Linie die Bezeichnung des Produktes, dann die Internetadresse und für zumindest 30 % die Chargennummer.

Das Interesse und die Begeisterung für Rückverfolgbarkeit lassen sich am häufigsten unter den Genussessern und Ernährungsbewussten erkennen. Wenn es um den Nutzen bzw. Vorteil von Rückverfolgbarkeit geht, liegt dieser für die Befragten hauptsächlich in den genauen Herkunftsangaben und in einem transparenten Herstellungsprozess. Als besonders interessant erweist sich das Ergebnis, dass rund 46 % der Konsumenten bereit wären, für Rückverfolgbarkeit Mehrkosten um durchschnittlich bis zu 8,4 % in Kauf zu nehmen.

Rückverfolgbarkeit darf auch etwas kosten
Rückverfolgbarkeit darf auch etwas kosten

„Die Ergebnisse dieser Studie sind richtungsweisend: Rückverfolgbarkeit wird sich vom derzeitigen Differenzierungsmerkmal immer mehr zum Grundnutzen eines Produkts entwickeln. Durch die Regionalität als Gegentrend zur Globalisierung wird die gesicherte Herkunft der Produkte immer mehr zum Kaufkriterium.” so das Resümee von Herzog als Auftraggeber dieser Umfrage.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren wollen, können Sie hier eine Zusammenfassung der Studie herunterladen.