GS1 Austria präsentiert Marktforschungsstudie „Rückverfolgbarkeit – Was denkt der Konsument?“

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Produkte kommen aus der ganzen Welt und sind immer verfügbar. Lebensmittel sind zwar so sicher wie noch nie, dennoch kommt es manchmal zu Problemen. Die Konsumenten informieren sich vermehrt über ihre Produkte. Sie setzen sich mit ihren Lebensmitteln auseinander. Sie wollen wissen, woher die Waren und deren Bestandteile kommen. GS1 ist seit jeher eng mit dem Thema „Rückverfolgbarkeit“ verbunden. Vor zwei Jahren hat GS1 Austria ein Grünbuch zum Thema „Rückverfolgbarkeit und Lebensmittelsicherheit“ verfasst, mit Beiträgen aus Politik, Wissenschaft und Interessensvertretungen.

 

Nun wollte GS1 Austria die Meinung jener erfahren, die am Ende der Wertschöpfungskette stehen: die Konsumenten. Sehen sie einen Nutzen in der Rückverfolgbarkeit? Was verbinden sie überhaupt mit diesem Begriff. Oder, würden sie dafür auch mehr bezahlen? Um dies zu erfahren, hat GS1 Austria KeyQUEST Marktforschung beauftragt, eine umfassende Online-Befragung in Österreich durchzuführen.

Auf einen Blick

  • Rückverfolgbarkeit wird eng mit den Begriffen Herkunft, Transparenz und Lebensmittelsicherheit verknüpft.
  • Konsumenten verbinden „Rückverfolgbarkeit“ mit der landwirtschaftlichen Urproduktion (Eier, Fleisch...). Produkte mit höherer Verarbeitungsstufe werden weniger mit Rückverfolgbarkeit assoziiert.
  • Steht der „Namen des Bauern“ auf der Verpackung, ist dies für Konsumenten gleichwertig mit Rückverfolgbarkeit. Chargennummern und technische Angaben sind für sie kaum von Bedeutung.
  • 46% der Befragten würden sich Rückverfolgbarkeit etwas kosten lassen. Im Schnitt würden sie mehr als 8% höhere Preise für mehr Transparenz akzeptieren.

Die Ergebnisse im Detail

Die Marktforschung belegt, dass Konsumenten landwirtschaftliche Urprodukte bzw. Produkte vom Bauern stark mit Rückverfolgbarkeit verbinden. Aus der Studie kann man schließen, dass zumindest 58% aller Befragten eine ungefähre Vorstellung von Rückverfolgbarkeit haben. 32% können diesen Begriff ganz klar besetzen, während nur 10% nichts damit anzufangen wussten. Rückverfolgbarkeit ist für viele ein Begriff, der am ehesten mit „Herkunft“, „Transparenz” und „Lebensmittelsicherheit” gleichgesetzt werden kann. Man kann daraus schließen, dass Regionalität und Herkunft bei den Konsumenten klar im Fokus stehen.

So wird auch der Nutzen von Rückverfolgbarkeit gesehen: 57% finden die „genauen Herkunftsangaben“ als vorteilhaft und 54% die „Transparenz des gesamten Herstellungsprozesses“. Gleich dahinter rangieren „Lebensmittelsicherheit“, „lückenlose Kontrolle“ und „garantierte Qualität“.

Dafür würden 46% der Befragten auch mehr bezahlen, durchschnittlich um 8,4%. Natürlich kann man dies nicht auf den gesamten Einkauf umlegen, denn die Konsumenten beziehen Rückverfolgbarkeit stark auf landwirtschaftliche Produkte, angefangen von Fleisch, Eiern, Milchprodukte, bis zu frischem Obst und Gemüse. Interessanterweise gehören hier Tiefkühlprodukte und Fertiggerichte nicht zur wichtigsten Kategorie.

Auf die Frage, welche Siegel, Marken oder Kennzeichen die Konsumenten mit Rückverfolgbarkeit verbinden, konnten 60% keine Nennung abgeben, obwohl im Laufe der Befragung das AMA-Gütesiegel schon thematisiert wurde. Dies ist dann mit 23% zwar an erster Stelle, aber durch die mehrfache Nennung vorab auch entsprechend zu werten. Dann kommen bereits die Eigenmarken der Händler, allen voran Hofer mit der Marke „Zurück zum Ursprung“. Es werden auch einige wenige Siegel (Bio, Fairtrade, MSC) genannt, bis hin zur Nennung konkreter Produkte, wie Obst, Gemüse, Fleisch und Eier. Dies legt nahe, dass Rückverfolgbarkeit eher abstrakt ist und mit keinen Kennzeichen in Verbindung gebracht werden kann.

Rund ein Drittel der befragten Konsumenten hat schon einmal selbst versucht, ein Lebensmittelprodukt „rückzuverfolgen“. Der Großteil hat dies als Einzelfall bzw. aus einem konkreten Anlass gemacht, meist wenn ein Produkt das erste Mal gekauft wurde. Nur 10% wollten aus einer Beanstandung heraus mehr über das Produkt erfahren. Fleisch und Eier führen auch hier die Hitliste an. Zur Recherche wurde dabei größtenteils die Information auf der Verpackung herangezogen, 60 % nutzten das Internet – vor allem Google und die Webseiten der Hersteller.

“Die Ergebnisse dieser Studie sind richtungsweisend: Derzeit ist Rückverfolgbarkeit für viele Konsumenten ein typisches Differenzierungsmerkmal. Für die Zukunft ist damit zu rechnen, dass Rückverfolgbarkeit immer stärker zur Grundanforderung beim Lebensmitteleinkauf wird. Durch die Regionalität als Gegentrend zur Globalisierung wird die Herkunft der Produkte immer mehr zum Kaufkriterium.” so das Resümee von Mag. Herzog, Geschäftsführer GS1 Austria, als Auftraggeber dieser Umfrage.

Fazit: Rückverfolgbarkeit ist ein wichtiges und wichtiger werdendes Thema. Rückverfolgbarkeit ist abstrakt und vom Konsumenten noch nicht mit einem Kennzeichen oder Siegel in Verbindung zu bringen. Am ehesten setzen Konsumenten Rückverfolgbarkeit mit dem Namen und der Anschrift des Landwirtes auf der Packung gleich. Für Unternehmen ist Rückverfolgbarkeit momentan noch ein Differenzierungsmerkmal zum Mitbewerber. In den nächsten Jahren wird dies aber mehr zum Grundnutzen, den die Konsumenten erwarten. Dies wird durch gemeinsame, global anwendbare Standards am effizientesten gelöst.

Präsentation der Marktforschung

Pressefrühstück Rückverfolgbarkeit

Pressefrühstück Rückverfolgbarkeit