Weltrekord aus Wien: QR Code im Mikromaßstab
1,98 Quadrat-Mikrometer groß und damit kleiner als die meisten Bakterien: So groß ist der kleinste lesbare QR Code Welt, der es kürzlich ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat. Verantwortlich dafür ist ausnahmsweise nicht GS1 Austria, sondern ein Forschungsteam der TU Wien gemeinsam mit dem Speichertechnologie-Unternehmen Cerabyte.
Die von ihnen entwickelte Technologie hat großes Potenzial für die langfristige Speicherung von Daten: Herkömmliche magnetische oder elektrische Datenspeicher haben oft nur eine Lebensdauer von einigen Jahren. Schreibt man jedoch Informationen Bit für Bit in keramische Materialien ein, können sie Jahrhunderte oder gar Jahrtausende überdauern.
Stabil wie ein Hochleistungswerkzeug
Entscheidend ist also die Wahl des richtigen Materials. „Wir forschen an keramischen Dünnfilmen, wie man sie etwa auch für die Beschichtung von Hochleistungswerkzeugen braucht“, erklären Erwin Peck und Balint Hajas, die wesentlich am Aufstellen des Weltrekords beteiligt waren.
„Bei Hochleistungswerkzeugen ist es wichtig, dass die Materialien auch unter Extrembedingungen stabil und haltbar bleiben. Genau das macht diese Materialien auch ideal für Datenspeicherung.“ Die Speicherkapazität mit dieser Methode ist bemerkenswert: Auf der Fläche einer A4-Seite könnte man auf diese Weise mehr als zwei Terabyte an Daten unterbringen – und im Gegensatz zu herkömmlichen Speichern sind solche Keramikspeicher ohne Energiebedarf fast unbegrenzt haltbar.
In Stein gemeißelt
„Wir leben heute im Informationszeitalter, doch ausgerechnet unsere eigene Epoche speichert ihr Wissen auf Medien, die erstaunlich kurzlebig sind“, sagt Alexander Kirnbauer aus dem Forschungsteam der TU Wien. So sind etwa magnetische und elektronische Datenträger oft nur wenige Jahre haltbar. Frühere Kulturen hingegen meißelten ihr Wissen in Stein und diese Botschaften überdauerten Jahrtausende.
„Mit keramischen Speichermedien verfolgen wir einen ähnlichen Ansatz wie alte Kulturen, deren Inschriften wir heute noch lesen können“, so Kirnbauer. Der Weltrekord – inklusive Auslesevorgang mit Elektronenmikroskop – wurde von der TU Wien und Cerabyte gemeinsam vor Zeugen durchgeführt und von der Universität Wien, als unabhängigem Vermesser, bestätigt. Für Kirnbauer markiert der bestätigte Weltrekord „den Anfang einer vielversprechenden Entwicklung“.
Mehr Details finden Sie auf der Webseite der TU Wien
Für GS1 Austria zeigt dieser Weltrekord:
- das enorme Zukunftspotenzial von 2D-Codes
- neue Möglichkeiten für dauerhafte Identifikation und Rückverfolgbarkeit
QR Codes könnten künftig nicht nur Informationen verlinken, sondern selbst zu langlebigen Datenspeichern werden.