GS1 UBL: Der neue EDI Standard im GS1 Portfolio

Eine neue GS1 EDI Strategie umfasst neben den EDI Standards nun auch die Universal Business Language (UBL) und schließt damit eine Lücke zwischen B2B und B2G.

Die GS1 Generalversammlung verabschiedete kürzlich die neue EDI Strategie, welche die EDI Standards EANCOM®, GS1 XML und GS1 UN/CEFACT XML beinhaltet. Neu dabei ist nun allerdings auch die Universal Business Language, kurz UBL. Gemeinsam komplettieren sie das EDI Standard-Syntax-Portfolio.

Was ist UBL?

UBL ist ein OASIS-Standard für elektronische Geschäftsdokumente (z. B. Bestellung, Rechnung etc.) und verwendet XML als Basissyntax. OASIS ist eine Not-for-Profit-Organisation, die sich mit der Weiterentwicklung von E-Business- und Webservice-Standards beschäftigt.
Bekannt wurde UBL, als die Europäische Union vor einigen Jahren für PEPPOL (Pan European Public Procurement Online, kurz gesagt ein europäisches B2G-Netzwerk) UBL als Nachrichtenstandard empfohlen hat.

Nachrichtenformat für alle Öffentlichen

Beispielsweise verlangen heutzutage bereits viele Länder, dass die Fakturierung in einem bestimmten Format elektronisch durchgeführt werden muss. In Österreich wird vom Bund die elektronische Rechnung im ebInterface-XML verlangt oder kann auch über PEPPOL im UBL-Format übertragen werden. In diesem Zusammenhang hat die Europäische Union Ende 2017 verkündet, dass UBL für alle öffentlichen Institutionen und Behörden im Rahmen eines einheitlichen EU-Rechnungsstandards (EU-Richtlinie 2014/55/EU) als Nachrichtensyntax in Zukunft zu akzeptieren ist.

Lücke geschlossen

GS1 und OASIS kooperieren bereits seit Jahren miteinander. Z. B. wurden
bereits die wichtigsten GS1 Identifikationsstandards (wie etwa GLN, GTIN und SSCC) in die UBL-ISO-Norm Version 2.x aufgenommen. Mit der Übernahme von UBL in das GS1 Portfolio wird somit die Lücke zwischen B2B und B2G im Bereich EDI geschlossen.

Mehr Effizienz

Diese neue GS1 EDI-Strategie stellt einen bedeutenden Wandel von der Technologie hin zu einer bedarfsorientierten Entwicklung von EDI Standards
dar. Dieser Ansatz wird den Anwendern operative Effizienzvorteile bringen, da somit der gesamten GS1 Community für die Zukunft die gemeinsame Weiterentwicklung sowie die bewährte und weltweite Unterstützung durch GS1 auch bezogen auf den EDI Standard UBL ermöglicht wird.