Unterschiedliche Datenregister in Wirtschaft und Staat

Unternehmer haben es nicht leicht: Es bestehen im Bereich der Bundesverwaltung verschiedene Register mit unternehmensbezogenen Daten und mit unterschiedlichem Status. Diese Daten werden auch im Rahmen von Verwaltungsverfahren genutzt und bei den jeweiligen Verfahren gespeichert, teilweise wieder in Form von eigenen Registern.

In all diesen unterschiedlichen Registern werden teilweise gleiche Daten in unterschiedlicher Struktur gespeichert – ein Datenabgleich zwischen den Registern ist nicht vorgesehen. Wirtschaftstreibende haben mehrere Stammdatensätze und mehrere elektronische Identifikatoren (für ein und dasselbe Unternehmen) bei den verschiedenen Verwaltungsbehörden.

 

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Rund 240 Mio. Mal im Jahr müssen alle Unternehmen zusammen behördliche Informationsverpflichtungen erfüllen. Die Art der Einbringung ist jedoch uneinheitlich und nicht abgestimmt, und die Verfahren zur Einbringung sind sehr verschieden. Die Struktur der öffentlichen Verwaltung (Bund, Länder, Städte, Gemeinden, Sozialversicherungen) bedingt eine Vielzahl von Zugängen.

Dies wiederum bedeutet, dass die oftmals redundanten Daten in jedem Register unterschiedlich strukturiert sind. Das ist historisch bedingt, weil jede Behörde für unterschiedliche Verfahren jedes Mal neu die Daten anforderte und erfasste.

Durch ein fehlendes eindeutiges Identifikationsmerkmal war die Durchgängigkeit der Daten und die eindeutige Zuordnung nicht gewährleistet und ein Abgleich zwischen den Registern nicht möglich. Es war das Ziel, ein entsprechendes elektronisches Portal für die Verwaltung aufzubauen, damit die Wirtschaft ihre Informationsverpflichtungen wesentlich effizienter erfüllen kann.

Seit Mai 2012 ist dieses Portal, das Unternehmensserviceportal, kurz USP, mit einer Vielzahl verschiedener eGovernment-Applikationen online. Ein Kernelement dieses Portals ist das Unternehmensregister (UR), das von der Statistik Austria für alle Unternehmen, Wirtschaftstreibenden und Behörden aufgebaut wurde.

Um dieses Unternehmensregister auch entsprechend führen zu können und die Daten aus den verschiedensten Registern abzugleichen, ist eine eindeutige Identifikation notwendig. Hier wurde von den Behörden die 13-stellige Global Location Number (GLN) gewählt. Der Staat hat bereits für viele Anwendungen behördliche Meldeverpflichtungen und Amtswege digitalisiert, sei es FinanzOnline oder das Elektronische Datenmanagement des Lebensministeriums, die Anwendung der Bürgerkarte und einiges mehr. Dies wurde mit der Anbindung an das USP wesentlich erweitert.