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Best Practice

Wenn die Küche mehr weiß als der Mensch

19. Januar 2023

Laut einer WWF-Studie entsteht die Hälfte der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Österreich zu Hause. Konkret heißt das: 521.000 Tonnen an genießbaren Lebensmitteln landen jährlich im Müll, wobei deren Wert pro Haushalt ungefähr 800 Euro entspricht. Der Digital Kitchen Twin will dem entgegenwirken.

Klaus Wendel und Thomas Kohler wollen ihren Beitrag dazu leisten, um Food Waste in den Griff zu bekommen. Ihre Lösung lautet Digital Kitchen Twin. Die Blum Group ist der Weltmarkführer in Sachen Möbelbeschläge, also Scharniere, Auszug- und Klappensysteme & Co. Das international tätige Unternehmen hat seinen Firmensitz in Höchst (Vorarlberg), erwirtschaftete zuletzt 2,64 Milliarden Euro Umsatz und hat weltweit 9.400 Angestellte. „Wir beobachten Menschen beim Benutzen ihrer Küche“, sagt Blum-CIO Klaus Wendel. Gemeinsam mit Thomas Kohler initiierte er KIWI. Der vorläufige Projekttitel steht für „Kitchen Warehouse Initiative“.

Es ist eine Initiative, die den intelligenten Kühlschrank erweitern soll. Dazu gehören etwa Schubladen und Regale, die über die Bestände in der Küche Bescheid wissen. Das Problem: „Schubladen mit Sprachsteuerung zu öffnen, ist grundsätzlich komplex. ‚Alexa, ich brauche Öl vom dritten Schrank von links, zweite Lade von unten‘ ist nicht sehr bedienerfreundlich.“ Einfacher wäre ein System, das weiß, wo Dinge gelagert sind, und am besten auch, wie viel davon noch da ist. Bisher gibt es Einzellösungen von Geräteherstellern. KIWI soll eine offene Plattform für alle werden, die einen Beitrag zum Tracken von Inventardaten leisten können. Was es braucht: einen digitalen Zwilling des Haushalts. 

Toll wäre es, wenn alle Artikel/Produkte aus dem Handel erfasst und Infos über Mindesthaltbarkeitsdaten elektronisch lesbar wären.

Thomas Kohler

GS1 stellt Testdaten zur Verfügung

Dieses Unterfangen geht wiederum nur mit Partnern – und zwar von Geräteherstellern, Händlern und Konsumenten bis hin zu Lebensmittelproduzenten. „Alle Player im Ökosystem müssen eingebunden sein.“ Und wen gäbe es beim Thema Artikelstammdaten geeigneteren als GS1? Aktuell stellt GS1 Austria Testdaten aus der Stammdatenplattform GS1 Sync zur Verfügung. Diese umfangreichen Daten bestehend aus Produktbildern, rechtlichen Angaben oder Marketingdaten werden für die Entwicklung von Prototypen genutzt. „Toll wäre es, wenn auch Eigenmarken erfasst und Infos über Mindesthaltbarkeitsdaten elektronisch lesbar wären“, ergänzt Kohler. 
 

Vorratsbasiertes Einkaufen 

Produkte und Mindestbestände sollen elektronisch erfasst und digitale Einkaufslisten erstellt werden. Daran geknüpft könnte ein automatisches Bestellsystem sein. Das Ziel lautet vorratsbasiertes Einkaufen und Kochen. Auch Rezeptvorschläge zur Resteverwertung sind angedacht. Und: Je mehr Partner dabei sind, desto optimierter kann der Testlauf erfolgen. „Wir sind weiter auf der Suche nach Partnern, die mitmachen.“ 

Das vollständige Abbild der Vorratsgüter mutet noch etwas futuristisch an. In einem ersten Schritt gehe es darum, erste nutzenstiftende Anwendungen zu schaffen. Ergebnisse wollen die beiden Unternehmer aber mittelfristig sehen. „Aktuell sind wir in der Zielgruppenfindung. In fünf Jahren hätten wir gerne erste Ergebnisse.“ 
 

Stammdatenaustausch mit GS1 Sync

Mit dem Stammdatenservice GS1 Sync können Artikeldaten und Produktabbildungen zentral ausgetauscht werden. Dadurch wird gewährleistet, dass Handelspartner ausschließlich auf die aktuellsten Daten zugreifen. Projektpartner wie Blum wissen die umfangreichen Daten ebenfalls zu schätzen. Hier geht's zu GS1 Sync.

 

450.000

Artikeldatensätze verfügbar

244

Attribute werden im österreichischen Zielmarktprofil unterstützt

55.000

Produktabbildungen

97 % 

Datenqualität

60 

Datenabholer in Österreich

 

Stand: Oktober 2022

 

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