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50. Geburtstag der GTIN

26. März 2021

Jeder kennt den Strichcode, der auf den meisten Produkten im Handel zu finden ist. Wenn man genauer hinsieht, findet man unter dem Barcode eine Nummer. Das ist sie, die Global Trade Item Number (GTIN), die nun bereits 50 Jahre alt ist. Die weltweit eindeutige Identifikationsnummer ist der Schlüssel zu weiteren Informationen von Produkten.

Startschuss 1971

Am 31. März 1971 trafen sich Führungskräfte der größten Namen im Handel in New York, USA, um sich auf einen „universellen Produktcode" zur Produktidentifikation zu einigen. Ihr Geist für Innovation und der Mut mit Konkurrenten zusammen zu arbeiten, führte zur Entwicklung der Global Trade Item Number (GTIN), den bis heute wichtigsten GS1 Standard.  
Die Vertreter der amerikanischen Industrie gründeten das „Symbol Selection Committe“, das ein System schaffte, von dem Unternehmen und Verbraucher profitieren konnten und forcierten die Weiterentwicklung der standardisierten Produktidentifikation.
Schon 2 Jahre später, 1973, wurde der heute bekannte Strichcode eingeführt, der die GTIN in eine maschinen-lesbare Grafik, aus schwarzen Strichen und weißen Lücken, verschlüsselt. Das korrekte Erfassen der Produkte und schnelle Arbeiten an den Supermarktkassen, wurde dadurch erleichtert.

Ich denke meine größte Sorge war damals, dass wir mit der Anbringung dieser schwarzen Linien mein Etikett verunstalten.

Timothy P. Smucker, emeritierter Chairman des US-Lebensmittelproduzenten „J.M. Smucker“

Hätten Sie’s gewusst?

Norman Joseph Woodland hatte bereits 1949 den Strichcode erfunden. Grundlage für seine Idee war der Morsecode. Bernard Silver und er entwickelten ein kreisförmiges Muster, aus dem schlussendlich der heute bekannte Strichcode wurde.
Mehr zu Woodland’s Entwicklung

 

 

Es dauerte noch ein weiteres Jahr bis das erste Produkt mit einem Strichcode versehen verkauft wurde. Am 26. Juni 1974 wurde in einem Marsh Supermarket in Ohio, USA erstmals ein Strichcode, auf einer Packung Wrigley’s Juicy Fruit Kaugummi, an der Kassa gescannt.

Wir mussten sichergehen, dass es auch Geräte gibt, die das lesen können. Stellen Sie sich das Chaos vor, wenn zwei Strichcodes nicht vom selben Scanner gelesen werden könnten! Daher mussten wir erst eine gemeinsame Sprache finden.

GS1 Gründer und Teil des Komitees, Alan Haberman

 

 

Auf das amerikanische Erfolgssystem aufbauend, wurde 1977 in Europa die „European Arcticle Numbering Association“ gegründet. Die GTIN wurde um eine weitere Ziffer ergänzt und ist die heute bekannte 13-stellige GTIN. Unter den zwölf europäischen Gründerländern der Europäischen Artikel Nummerierung (EAN), war auch Österreich mit dabei.

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50 Jahre Zusammenarbeit, Innovation und Führung

Die Vision der Gründer war beim Einzelhandel nicht am Limit angelangt. Nach dem Erfolg in der Konsumgüterbranche, wurden GS1 Standards inzwischen auch auf weitere Branchen und Industrien, wie beispielsweise im Gesundheitswesen Arzneimittel, ausgeweitet. Auch die Effizienz von Prozessen, wie in der Logistik, konnte inzwischen mit GS1 Standards gesteigert werden.
 

Es ist keine technische Aufgabe, es ist keine geschäftliche Aufgabe, es ist eine Führungsaufgabe. Und die Tatsache, dass sie es geschafft haben, ist eine der größten Leistungen in der Geschichte der Standards.

Sanjay Sarma, Massachusetts Institute of Technology, EPC Pioneer, Chair of the GS1 Innovation Board

Seit der Einführung gibt es mittlerweile über 100 Millionen Produkte mit GS1 Strichcodes, die über sechs Milliarden Mal täglich gescannt werden. Zwei Millionen Unternehmen weltweit nutzen die GTIN. In aktuell 116 Ländern gibt es bereits GS1 Mitgliedsgesellschaften, die GTINs vergeben und bei der Umsetzung von GS1 Standards unterstützen. 
Mit steigender Zahl an Produkten aus unterschiedlichen Branchen wächst der Anspruch an die GS1 Standards stetig weiter. Die Standards und Services von GS1 werden laufend weiterentwickelt. Weitere Identifikationsnummern, wie zum Beispiel die GLN (Global Location Number), wurden eingeführt, um wachsende Anforderungen abzudecken.

Mehr zu GS1 Identifikationsnummern

 

 

Die GTIN bleibt die Basis aller Dinge

Neben dem klassischen Strichcode gibt es weitere Datenträger, die das elektronische Erfassen der GTIN und das Auslesen der Produktinformationen ermöglichen. 2D-Codes (z.B. QR Code, GS1 DataBar) oder EPC/RFID erweitern die Möglichkeiten der Anwendung. Beim GS1 DataBar Strichcode können zusätzlich zur GTIN Informationen wie beispielsweise Datum, Gewicht, oder Charge verschlüsselt werden.
Viele GS1 Standards decken unterschiedlichste Anforderungen ab, jedoch bleibt bei allen die GTIN als Basis enthalten. Beispielsweise wird bei der SGTIN die GTIN um die Seriennummer des Produkts ergänzt. 
Um am Ball der Zeit zu bleiben, werden GS1 Standards laufend weiterentwickelt. Die Digitalisierung erfordert Lösungen für Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu finden. Mehr Information muss für Kunden, Händler, Dienstleister und auch Regierungen zur Verfügung gestellt und mit neuen Technologien verknüpft werden. 
In Arbeitsgruppen mit Vertretern aus Industrie und Handel, aus allen Branchen, erhebt GS1 Austria die Kundenbedürfnisse und entwickelt praxistaugliche Standards.

Mehr zu Innovation bei GS1 Austria

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