GLN der öffentlichen Verwaltung

Die österreichische Bundesregierung hat einen Vertrag mit GS1 Austria zur Nutzung der Global Location Number abgeschlossen.

Die Global Location Number (GLN), die in der Wirtschaft etabliert ist, wird seit 2012 in der Verwaltung verwendet und wurde im Unternehmensregister (UR) als eindeutige Identifikation für die Daten der zuliefernden Quellregister (Ergänzungsregister, Firmenbuch, Vereinsregister, GISA, etc.) eingeführt. Die Statistik Austria weist diese Identifikation als einzig vergebende Stelle im Unternehmensregister zu. Das UR ist das zentrale Register im Unternehmensserviceportal.

Sie können diese GLN momentan auf folgenden Plattformen abfragen:

In Zukunft können sie die Daten auch auf GEPIR abfragen.

Diese GLN kann von jedem Unternehmen kostenlos verwendet werden, sei es im elektronischen Datenverkehr, als eindeutige Referenz zu den Stammdaten eines Unternehmens oder auch zur Identifikation in der elektronischen Rechnung.

Mit dieser GLN kann aber keine weitere Identifikationsnummer (GTIN, SSCC, GRAI, …) aus dem GS1 System gebildet werden, dazu benötigen Sie einen Vertrag mit GS1 Austria. Die GLN der öffentlichen Verwaltung dient rein zur Identifikation der juristischen Entität und kann im elektronischen Datenverkehr, für eine durchgängige elektronische Verfahrensab-wicklung durch die Digitalisierung von Formularen genutzt werden. Damit können keine Hierarchien (z.B. Filialen, Standorte) gekennzeichnet werden.

Die Nutzung der GLN passt in die Vorgehensweise der Regierung zur Umsetzung der Digitalen Roadmap und den Verbesserungen im elektronischen Behördenverkehr. Jedes Unternehmen soll das Recht auf eine elektronische Identität im Datenverkehr und der digitalen Welt besitzen. Daten von Unternehmen, die bereits bei einer Behörde bekannt sind, können so einfach zwischen den Behörden ausgetauscht werden. Damit sollen Unternehmen bürokratisch entlastet werden.

Weitere Informationen

Das Elektronischen Datenmanagement, kurz EDM (Verbundsystem zur Unterstützung der Abläufe bei umweltschutzbezogenen Informationsverpflichtungen), verwendet seit 2004 das GS1 System. Dabei wird die GLN zur Kennzeichnung von juristischen Entitäten (genannt Personen-GLN), Standorten (z.B. Deponien, genannt Standort-GLN) und Anlagen (Anlagen-GLN) verwendet.

Neben der GLN wird auch die Global Trade Item Number (GTIN) verwendet. In einem Abfallverzeichnis sind sämtliche Abfallarten und Abfallbehandlungsmethoden eindeutig mit einer GTIN identifiziert.

Da eine Mehrfachvergabe von Seiten des Bundes nicht notwendig ist, wird die Personen-GLN für juristische Entitäten sukzessive auf die GLN (der öffentlichen Verwaltung) umgestellt. Die Standort- und Anlagen-GLN werden nach wie vor vom UBA (Umweltbundesamt) im EDM zugewiesen, da diese Granularität derzeit nicht durch die Statistik Austria abgedeckt wird.

Mehr Information zur Anwendung des GS1 Systems in der Abfallwirtschaft bekommen Sie auf der EDM-Seite von GS1 Austria.

Welche zusätzlichen Vorteile kann die Verwendung eines weltweit eindeutigen Standards mit seinen zahlreichen Vorteilen gegenüber einem systeminternen, proprietären Identifikationssystem für Unternehmen und eGovernment bringen?
Dieser Frage ging eine von Frau Univ.-Prof. Dr. Maria Madlberger durchgeführte Studie am Beispiel der GS1 Global Location Number (GLN) nach.

Ihr Fazit: Die Privatwirtschaft und die öffentliche Hand werden dank eGovernment immer besser untereinander integriert. Davon profitieren Unternehmen und Behörden. Beim eGovernment-Angebot ist Österreich EU-weiter Spitzenreiter, bei der Nutzung dieser Services durch österreichische Firmen besteht jedoch noch Nachholbedarf. Wenn diese Standards auch im eGovernment Standard sind, wird dieser Aufholprozess noch rascher stattfinden.

Die komplette Studie finden Sie im Downloadbereich.