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Transparenz in der Supply Chain

14. September 2023

Der Einblick in die Supply Chain gewinnt nicht nur aufgrund aktueller gesetzlicher Anforderungen immer mehr an Bedeutung, sondern auch durch den Wunsch des Konsumenten, mehr über die Herkunft seiner Produkte zu erfahren. Das passende Menü dafür hat GS1 Austria bereits angerichtet!

Am 1. September dieses Jahres ist die verpflichtende Herkunftskennzeichnung von verarbeiteten Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung in Kraft getreten. Ziel dieser Verordnung ist es, Verbraucher über die Herkunft von Zutaten (Fleisch, Milch, Eier) in Speisen zu informieren. Das heißt: Wo Österreich drinnen ist, steht künftig auch Österreich drauf! Aber auch auf europäischer Ebene tut sich einiges: So wurde etwa Ende letzten Jahres im Europäischen Rat der Entwurf für ein europäisches Lieferkettengesetz verabschiedet, wobei die Abgeordneten im EU-Parlament im Juni 2023 mehrheitlich für eine Verschärfung des ursprünglichen Gesetzesvorschlags der EU-Kommission stimmten. Bei der Vorstellung des Entwurfs sagte EU-Justizkommissar Didier Reynders: „In der EU sollen nur Unternehmen aktiv sein, die die Menschenrechte schützen und die Umwelt nicht schädigen.“ Das wäre die vorgegebene Richtung, die vor allem eines verlangt: Transparenz in der Supply Chain, um den Weg von Produkten und Rohstoffen nachzuvollziehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass diese auch unter ethischen und nachhaltigen Bedingungen hergestellt und gehandelt werden. Transparenz in der Supply Chain ermöglicht es, die Auswirkungen von Produkten auf soziale, ökologische und ökonomische Aspekte zu bewerten und letztendlich eine verantwortungsbewusste Entscheidung zu treffen.

Transparenz in der Supply Chain ermöglicht es, die Auswirkungen von Produkten auf soziale, ökologische und ökonomische Aspekte zu bewerten und letztendlich eine verantwortungsbewusste Entscheidung zu treffen.

Aus Konsumentensicht

Nicht nur für die Gesetzgebung, sondern auch bei Konsumenten gewinnen Regionalität, Herkunft und Rückverfolgbarkeit zusehends an Bedeutung – spätestens seit unserer jüngsten pandemischen Vergangenheit und der Tatsache, dass unsere Produkte nicht immer und überall verfügbar sind. Dies belegt auch eine kürzlich im Auftrag von GS1 Austria durchgeführte Studie von KeyQUEST Marktforschung: Das Thema Rückverfolgbarkeit dürfte vom gestiegenen Interesse an der generellen Herkunft von Lebensmittel profitieren, ist aber eigentlich nur Mittel zum Zweck, da es Themen wie Nachhaltigkeit, Transparenz, Sorgfaltspflicht, Bio, Tierwohl, Digitaler Produktpass oder auch Informationen zur Entwaldung unterstützt. Aus dieser Studie geht auch hervor, dass bereits jeder Zweite Nachforschungen bezüglich der Herkunft eines Produkts angestellt hat. Zur Recherche werden alle Informationen, die das Produkt hergibt, genutzt: Angaben am Produkt/Etikett, Internet (Google, Website der Hersteller), aber auch neue Möglichkeiten wie etwa der Scan eines QR-Codes (2D-Code) am Produkt.

Die richtige Auswahl

Egal, ob vom Gesetzgeber verpflichtend verlangt oder vom Konsumenten erwünscht, werden Unternehmen künftig am Thema „transparente Supply Chain“ vermutlich nicht vorbeikommen. Die Lösungen dafür sind bei GS1 Austria zum Glück bereits am Silbertablett angerichtet, es gilt nur die richtige Auswahl im À-la-carte-Menü zu treffen (siehe Kasten S. 9). „Die Auswahl hängt immer davon ab, wie hoch verarbeitet ein Produkt ist und welche Bestandteile rückverfolgbar sein sollen bzw. welchen gesetzlichen Rahmenbedingungen es unterliegt“, erklärt GS1 Austria Geschäftsführer Gregor Herzog. Hinter allen Lösungen steht jedenfalls immer die eindeutige Identifikation mittels des GS1 Systems, wie etwa die im Strichcode verschlüsselte GTIN, welche die Erfassung und den Austausch relevanter Daten ermöglicht und so die Rückverfolgbarkeitsinformationen zwischen den Handelspartnern gewährleistet. 
Darüber hinaus unterstützt und berät GS1 Austria Unternehmen auch rund um aktuelle gesetzliche Anforderungen und entwickelt je nach Änderungen auch seine Produkte und Services weiter. So wurde etwa im vergangenen Jahr im Stammdatenservice GS1 Sync ein zusätzliches Feld zur freiwilligen Herkunftsangabe für Gastronomie, Systemgastronomie und Gemeinschaftsverpflegung eingerichtet, um auch über gesetzliche Vorgaben hinaus Daten zur Herkunft transportieren zu können. Zudem wurde auch eine eigene Arbeitsgruppe für den rund um die Herausforderungen zur neuen Kennzeichnungspflicht in der Gemeinschaftsverpflegung vor allem geforderten C&C-Bereich eingerichtet. Diese Möglichkeit wird von den betroffenen Unternehmen dankend angenommen. So etwa Bernhard Höslinger, Senior Department Manager Quality Assurance und Sustainability bei METRO Österreich: „Wir haben dadurch rasch erkannt, dass sich die Herausforderungen rund um diese neue Verordnung zum Glück größtenteils mit Hilfe von GS1 Services lösen lassen.“

Mehrwert schaffen

Für den heimischen Lebensmittelhandel bedeute Transparenz in der Supply Chain jedoch mehr als die Umsetzung verschärfter gesetzlicher Auflagen, so Maria Madlberger, Universitätsprofessorin an der Webster Vienna Private University. Proaktiv genutzt könne sie Kundenmehrwert schaffen und verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln stärken. Das zeigt auch die aktuelle von Maria Madlberger durchgeführte Studie zur datenbasierten Rückverfolgbarkeit, zu Herkunftsangaben und zum Regionalitätsnachweis von Sortimenten im österreichischen Lebensmittehandel. Daraus geht hervor, dass regionale Herkunft von Lebensmitteln, ein transparenter Herkunftsnachweis und Rückverfolgbarkeit ein topaktueller Themenkreis im österreichischen Lebensmittelhandel und damit von hoher strategischer Bedeutung sind. Egal wie verschieden die Anforderungen der einzelnen Unternehmen sowie die Besonderheiten der einzelnen Warengruppen auch sein mögen, so bleibt für alle Befragten ein gemeinsamer Nenner: Eine Herkunftsangabe kann nur dann funktionieren, wenn sie auf einer soliden Datenbasis steht. Denn selbst die überzeugendste Herkunftsauslobung auf einem Produkt oder Gütesiegel ist wenig wert, wenn diese nicht mittels Daten nachvollziehbar bewiesen werden kann.

Rückverfolgbarkeit „à la carte“ – Das GS1 Austria Menü

Für die gewünschte Transparenz in der Supply Chain bietet GS1 Austria einige adäquate Lösungen:

GS1 Connect
GS1 EDI
GS1 Sync
GS1 Trace

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