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Rückverfolgbarkeit von Garnelen aus Österreich

16. März 2026

Dank einer speziell errichteten Salzwasser-Kreislaufanlage macht das Start-up Kremstal Garnelen die Aufzucht von Meeresgarnelen in heimischen Gefilden möglich. 

Um diese regionale Herkunft für Kunden und Gesetzgeber transparent und rückverfolgbar zu machen, setzt das Unternehmen seit Anfang des Jahres auf 2D Codes und das Rückverfolgbarkeitsservice GS1 Trace.

„Der Impuls für die Gründung unseres Start-ups im Jahr 2019 war anfangs ein sehr einfacher“, erklärt Ulrich Weiss, einer der drei Geschäftsführer und Mitgründer von Kremstal Garnelen: „Wir haben alle wahnsinnig gerne Garnelen gegessen.“ Daraus entstand die Idee, eine heimische Alternative zu Importware und Wildfang zu schaffen. 

Als studierter Biologe brachte Weiss die idealen Voraussetzungen dafür mit: So weiß er etwa genau, dass tropische White-Tiger-Garnelen eine Wassertemperatur von knapp 30 Grad brauchen, damit sie sich wohlfühlen. 

Um diesen Lebensraum für die Meeresgarnelen zu ermöglichen, hat das Team von Kremstal Garnelen eine hochmoderne Salzwasser-Kreislaufanlage errichtet. „Dabei wird das Salzwasser in der Kreislaufanlage durch Biofilter gereinigt und für unsere Tiere aufbereitet“, erklärt Weiss. 

Um die Garnelen so frisch wie möglich anbieten zu können, werden die Tiere nach Vorbestellung aus dem Wasser gefischt. Die Nachfrage ist laut Weiss – sowohl bei Privatkunden als auch in der Gastronomie – ungebrochen groß: „In den letzten Jahren haben wir unsere Produktion fast verfünffacht.“ Seit 2024 wird mit METRO und Transgourmet auch der Großhandel beliefert.

Aufgrund seiner langjährigen beruflichen Erfahrung in der Lebensmittelindustrie war für Weiss von Anfang an klar: „Eine Produktkennzeichnung mittels GS1 Standards ist für die Zusammenarbeit mit dem Handel unumgänglich!"

Ulrich Weiss, Geschäftsführer bei Kremstal Garnelen © Helena Wimmer

Wir legen größten Wert auf Transparenz und den lückenlosen Herkunftsnachweis unserer Garnelen. Durch die Partnerschaft mit GS1 Austria stellen wir einen effizienten und lückenlosen Datenaustausch mit unseren Handelspartnern sicher.

Ulrich Weiss, Geschäftsführer, Kremstal Garnelen

Mehr Information mit 2D Codes

In den ersten Jahren hat der EAN-13 Strichcode die Aufgabe der Produktkennzeichnung der heimischen Garnelen übernommen, wurde jedoch heuer vom 2D Code GS1 DataMatrix abgelöst. 

 

Wussten Sie?

2D Codes können deutlich mehr Informationen speichern und ermöglichen eine direkte Verknüpfung zwischen Produkt und digitalen Daten.

2D Codes: Alles, was Sie wissen müssen

Der Grund für den Umstieg auf 2D Codes: die Änderung der EU-Fischereikontrollverordnung, die mit 10. Jänner 2026 in Kraft trat und für deren Einhaltung bestimmte Informationen ausschließlich digital zur Verfügung gestellt werden müssen.

EU-Fischereikontrollverordnung: Die Fakten

Mit der am 20. Dezember 2023 veröffentlichten Änderungsverordnung (EU) 2023/2842 wurden die Vorschriften zur Rückverfolgbarkeit von Fischerei- und Aquakulturerzeugnissen erweitert. 

Ab dem Fang bzw. der Ernte müssen diese Produkte – von Fisch über Krebstiere bis zu Weichtieren – in allen Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufen bis zum Einzelhandel als Lose rückverfolgbar sein. Dazu muss es den Marktteilnehmern möglich sein, spezifische Informationen zu erfassen und digital an ihre Abnehmer sowie auf Anfrage auch an Behörden zu übermitteln. 

 

Zeitplan

Die EU-Fischereikontrollverordnung betrifft im ersten Schritt seit dem 10. Jänner 2026 frische, gefrorene, getrocknete oder gesalzene Erzeugnisse (KN Kapitel 3), drei Jahre später dann auch zubereitete und haltbar gemachte Produkte (KN 1604, 1605, 1212 21). 

GS1 Trace: Digitale Rückverfolgbarkeit für Lebensmittel

Für die Erführung der EU-Fischereikontrollverordnung nutzt Kremstal Garnelen seit Anfang des Jahres das Rückverfolgbarkeitsservice GS1 Trace, wobei die physische Ware mit einem digitalen Datensatz verknüpft wird, der alle benötigten Informationen enthält. 

Genau diese Anforderungen erfüllt der 2D Code GS1 DataMatrix. Die Umstellung von 1D zu 2D? Laut Ulrich Weiss war diese „dank der guten Beratung von GS1 Austria mit einem persönlichen Onboarding-Termin vor Ort zum Glück kein großer Aufwand. So waren wir bestens gewappnet für den Start im Jänner.“ Die Herkunftskennzeichnung sieht Weiss übrigens „nicht nur als gesetzliche Verpflichtung, sondern auch als indirekte Werbung für unsere regionalen Produkte“. 

Die nächsten Schritte für Kremstal Garnelen: „die Steigerung der Produktionskapazität, der Ausbau der Handelsbeziehungen sowie die Einführung einer eigenen Jungtierproduktion“. Was beweist: Mehr geht in dem Fall auch ohne Meer!

(Noch) mehr über Kremstal Garnelen

 

Kremstal Garnelen in Zahlen

2019 gegründet

1.500 m3 Wasservolumen

29,5°C Wassertemperatur ganzjährig

3 Mitarbeitende

100 % CO2-neutral

(Stand Jänner 2026)

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