Rückverfolgbarkeit als “Mehrwert” für den Konsumenten

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GS1 Austria präsentiert das Ergebnis einer umfassenden Online-Befragung, bei der das Thema “Rückverfolgbarkeit” aus Sicht des Konsumenten im Fokus stand.

(Wien, 02. März 2016) – Immer wieder auftretende Lebensmittelskandale sorgen für Verunsicherung beim Konsumenten, was langfristig auch zu Veränderungen im Einkaufsverhalten führt. Die Ansprüche der Konsumenten an Lebensmittel steigen, Regionalität und damit einhergehend die Herkunft der Produkte wird immer mehr zum Kaufkriterium.

Im Grünbuch „Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgbarkeit” hat GS1 Austria bereits 2014 die Meinungen aus persönlichen Gesprächen mit Vertretern der Bereiche Wissenschaft, Politik und Interessensvertretung zusammengefasst. Es diente als wertvolle Diskussionsgrundlage zum damaligen Meinungsbarometer zwischen den Entscheidungsträgern. Nun wollten wir die Sicht der Konsumenten zum Thema Rückverfolgbarkeit beleuchten. Ziel war nicht nur, von den Konsumenten zu erfahren, ob das Thema für sie von Bedeutung ist, sondern auch ob sie in der Rückverfolgbarkeit einen Nutzen für sich sehen oder sich vorstellen könnten für gesicherte Transparenz in der Wertschöpfungskette mehr zu bezahlen. Dazu hat KeyQUEST Marktforschung im Auftrag von GS1 Austria eine umfassende Online-Befragung durchgeführt.

Womit verbinden die Konsumenten Rückverfolgbarkeit?

"Dass ich weiß, wo die z.B.: Kuh gewohnt hat, wo sie gegrast hat, wo sie getötet wurde und wie sie getötet wurde...“
(Originalzitat eines Befragten)

Diese Aussage steht für eine von vielen Antworten, die sich darauf beziehen, dass der Konsument Rückverfolgbarkeit ganz stark auf landwirtschaftliche Urprodukte bzw. Produkte vom Bauern bezieht. Regionalität und Herkunft stehen dabei klar im Vordergrund. Es ist seitens des Konsumenten punkto Rückverfolgbarkeit ein “Henne-Ei-Effekt” erkennbar: Die Fleisch- und Eierkennzeichnung wurde am häufigsten genannt und ist damit das konkrete und auch “gelernte” Beispiel für Rückverfolgbarkeit. Man sieht, dass auf Grund der gesetzlichen Regelung der Konsument schon länger damit konfrontiert und somit aufgeklärt wurde.

Die Studie hat gezeigt, dass zumindest 58 % aller Befragten eine ungefähre Vorstellung von Rückverfolgbarkeit haben. 32 % können diesen Begriff ganz klar besetzen, während nur 10% nichts damit anzufangen wussten. Rückverfolgbarkeit ist somit für viele  ein Begriff, auf den die Eigenschaften “Transparenz” und “Lebensmittelsicherheit” bei der Umfrage am ehesten zutreffen.

Woran erkennt man Rückverfolgbarkeit?

Die Wenigsten können der Rückverfolgbarkeit spontan ein bestimmtes Siegel oder Kennzeichen zuordnen, wenn dann wird am ehesten noch das AMA-Gütesiegel genannt. Am konkretesten deutet für die Konsumenten der “Bauer auf der Verpackung” darauf hin, wobei auch hier die Eier- und Fleischkennzeichnung dem Wunsch des Konsumenten nach Rückverfolgbarkeit am nächsten kommen. Dazu GS1 Austria Geschäftsführer Mag. Gregor Herzog: “Anhand dieser Umfrage lässt sich erkennen, dass der Begriff “Rückverfolgbarkeit” an sich für den Konsumenten zwar etwas abstrakt ist, jedoch auch aufgrund der Medien und durch die Werbung dennoch klare Bilder im Kopf erzeugt. Das Thema wird damit durchaus emotionalisiert.”

Wenn der Konsument zum “Rückverfolger” wird…

Rund 34 % der befragten Konsumenten haben schon einmal versucht, ein Lebensmittelprodukt selbst “rückzuverfolgen”. Dies erfolgte jedoch nur aus einem konkreten Anlass und war meist ein Einzelfall. Auch hier führen Eier und Fleisch die Hitliste an. Zur Recherche wurde dabei größtenteils die Information auf der Verpackung herangezogen, 60 % recherchierten dazu auch im Internet – vor allem über Google und die Website des Herstellers. Die Suchergebnisse waren für knapp die Hälfte (46 %) zufriedenstellend, weitere 38 % haben zumindest teilweise die gesuchten Informationen erhalten.

Rückverfolgbarkeit ist “mehr wert”!

Das Interesse und die Begeisterung für Rückverfolgbarkeit lassen sich am häufigsten unter den “Genussessern” und “Ernährungsbewussten” erkennen. Wenn es um den Nutzen bzw. Vorteil von Rückverfolgbarkeit geht, liegt dieser für die Befragten hauptsächlich in den genauen Herkunftsangaben und in einem transparenten Herstellungsprozess. Als besonders interessant erweist sich das Ergebnis, dass rund 46 % der Konsumenten bereit wären, für Rückverfolgbarkeit Mehrkosten um durchschnittlich bis zu 8,4 % in Kauf zu nehmen.

“Die Ergebnisse dieser Studie sind richtungsweisend: Derzeit ist Rückverfolgbarkeit für viele Konsumenten ein typisches Differenzierungsmerkmal. Für die Zukunft ist damit zu rechnen, dass Rückverfolgbarkeit immer stärker zur Grundanforderung beim Lebensmitteleinkauf wird. Durch die Regionalität als Gegentrend zur Globalisierung wird die Herkunft der Produkte immer mehr zum Kaufkriterium.” so das Resümee von Mag. Herzog als Auftraggeber dieser Umfrage.

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Pressefrühstück zur Rückverfolgbarkeitsstudie

Pressefrühstück zur Rückverfolgbarkeitsstudie